Saftiges Preis-Wirrwarr

Die Preise für Orangensaft sind verrückt wie nie. Orangensaftkonzentrat wird zwar billiger. INSIDER wissen aber: Die Brasilianer versuchen mit Vehemenz, den Preis pro Tonne zwischen 3.000 und 3.500 US-Dollar zu halten. Und als wäre das nicht genug, bekriegen sich auch noch Aldi und Lidl beim Preis. 

Den Auftakt hat Aldi schon im Juni gemacht. Der Discounter senkte noch vor den Gesprächen über die Jahreskontrakte von Orangensaft den Preis für die gängige Literpackung Konzentratsaft (dem bedeutendsten Segment) auf 1,99 Euro. Lidl zog nach. Und andere auch. 

Am 24. November schob sich Lidl dann mit Preissenkungen für die weniger volumenträchtigen Direktsäfte in die Pole Position. Und das sieben Tage, bevor die neuen Kontrakte für Direktsaft und Apfelsaft bei Eigenmarken griffen. Lidl verhandelt immer per 1. Dezember. Aldi dagegen per 1. Januar. Die Preissenkung von Lidl vollzog Aldi stillschweigend nach. Nun warten INSIDER darauf, wer den nächsten Schritt macht. Aldi soll noch immer verhandeln und um günstigere Preise ringen.  

Saft-Oligopol weiß sich zu wehren 

Dass kurzfristig noch mal gesenkt wird, bezweifeln INSIDER: „In der Weihnachtszeit gibt es zu wenig Aufmerksamkeit“. Möglicherweise geht es zum Jahresauftakt weiter. Die Eigenmarke steht mit 1,99 Euro deutlich teurer in den Regalen als große Marken wie Valensina, hohes C oder Granini, die reihum zu Niedrigstpreisen (1,49 Euro taucht immer öfter auf) vermarktet werden. Wirklich Marge kann der Handel mit diesen Preisen nicht machen. Ein INSIDER: Der Handel brauche eigentlich 15% Marge. Bei 1,10 Euro ohne Mehrwertsteuer Abgabepreis plus Logistik ist das aber nicht zu leisten. 

Diese Regeln allerdings sind längst ausgesetzt. Auch anderswo. Bei Butter zum Beispiel läuft der Kampf besonders erbittert ab. Die Milchmenge ist von Anfang 2025 bis Mitte November zwar um 0,4% gestiegen. Und auch der Butterpreis war schon immer volatil. Seitdem Lidl ab 15.9.25 aber die Preisführerschaft übernehmen wollte, herrscht ein Preiskrieg. Den Discountern Aldi und Lidl geht das allmählich an die Substanz: Allein in den vergangenen drei Monaten wurde bei den Butter-Handelsmarken fünfmal der EVP reduziert. Die Handelsmarke Butter 250g verlor vom 01.01.25 bis zum 29.11.25 satte 1,20 Euro, also 50,7% an Wert. Das überleben die Milchbauern kaum und die Milchverarbeiter nur mit Brüsseler Subventionen.   

Beim Saft indessen sitzt das Saft-Oligopol in Brasilien am anderen Ende. Und das weiß sich zu wehren und wollen die Preise (auch wenn sie wieder deutlich gesunken sind) oben halten. Bei 3.000 bis 3.500 US-Dollar.   

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