Nach der Übernahme des niederländischen Biervermarkters United Dutch Breweries (UDB) durch den Belgier Martens im Herbst 2024 (INSIDE 962) gab es bei den UDB-Lohnbrauern erstmal lange Gesichter. Der damals inkl. AfG rund vier Mio hl Kapazität große PET-Gigant Martens hatte den auf gut eine Mio hl Verkaufsvolumen taxierten holländischen Nachbarn gekauft, um die eigenen Kapazitäten auszulasten. Neben Wolters (UDB-Volumen: geschätzt 100.000 hl) dürfte vor allem die französische Brasserie Saint-Omer mindestens 500.000 hl verloren haben.
Ein herber Einschnitt, den die Billig-Profis aus dem nordfranzösischen Department Pas-de-Calais (die 2 Mio hl-Brauerei wechselte 2008 nach einem kurzen Heineken-Intermezzo wieder zur alten Inhaberfamilie Pecqueur zurück) nun zumindest in Teilen wieder wettgemacht haben. Wie es heißt, soll die Brasserie ausgerechnet Martens sämtliche Mengen an PET-Bier für Aldi Süd und Nord abspenstig gemacht haben.
Über die Konditionen des Deals ist nichts bekannt; INSIDER halten es für gut möglich, dass Martens angesichts der aufgerufenen Aldi-Konditionen liebend gern auf ein Wettbieten verzichtet hat. Im Frühjahr 2024 hatte Martens Oettinger geschätzt 200.000 hl von Aldis Hausmarke Karlskrone abgenommen (INSIDE 943). Auf dem völlig überhitzten und von Überkapazitäten geplagten europäischen Biermarkt (-22 Mio Hektolitern von 2019 bis 2024) beobachten Beteiligte ein immer härteres Hauen und Stechen bei ruinösen Offerten.
