Ökotest halbiert Grenzwerte

Insgesamt 53 stille Mineralwässer hat Ökotest unter die Lupe genommen. Die meisten erhielten das Gesamturteil “sehr gut”. Abgewatscht wurden vor allem in Frankreich abgefüllte Wässer, aber auch deutsche Wässer waren aus Sicht der Öko-Tester “ungenügend”.

Zum Beispiel Emsland Quelle Naturelle (Vivaris). Im Wasser identifizerten die Tester einen höheren Chrom (VI)-Wert, ein theoretisch gesundheitsschädlicher Stoff, der durch industrielle Verschmutzung entstehen kann. Das Umweltbundesamt empfiehlt einen Leitwert von 0,3 Millionstel Gramm (0,3 Mikrogramm). Dieser Wert ist von Emsland-Quelle und Thüringer Waldquell (Hassia) laut Ökotest überschritten.

Grenzwerte kurzerhand halbiert

Eigenartigerweise haben die Ökostester eine zweite Grenzlinie gezogen. So werteten sie alle Wässer, die nur die Hälfte des empfohlenen und laut Umweltbundesamt unbedenklichen Werts von 0,3 Mikrogramm erreichten, um zwei Noten ab. 

Genauso verfährt das Magazin mit Arsen. Auch hier legt Ökostest die Messlatte um die Hälfte niedriger als die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung MTVO (0,005 mg/l). Betroffen: wiederum die Emsland Quelle

Für Bio-Mineralwasser hat Ökotest die selbsterfundenen Grenzwerte noch niedriger angesetzt. So wurden die Grenze auf 0,0025 mg/l halbiert. Auch beim Chrom zog Ökotest die Zügel für Bio-Wasser noch einmal an.

Bei Bio Kristall von Neumarkter Lammsbräu war zudem die Keimzahl stark erhöht. Ökotest relativiert diesen Befund, insofern der (überschrittene) Grenzwert nur innerhalb von zwölf Stunden nach der Abfüllung gilt, sagt jedoch: “Wir finden allerdings, dass die mikrobiologische Reinheit auch bei der Abgabe an den Verbraucher eingehalten werden sollte”.

Eine stark erhöhten Gesamtkeimzahl fand Ökostest auch in der Frische Brise Reinbeker Klosterquelle still der Hansa Mineralquellen (Refresco).

Ökotest hat noch ein weiteres Kriterium gefunden: Viele getestete Wässer hätten Spuren von Trifluressigsäure (TFA) enthalten. TFA ist eine Chemikalie, die wasserlöslich, langlebig, schwer zu entfernen ist und zu den per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) zählt. Ökotest zufolge kann ein Wasser, das TFA enthält, nicht als “ursprünglich rein” bezeichnet werden. In sieben Wässern überschreite der TFA-Gehalt die ab 12. Januar 2026 in der EU maximal zulässige Menge an PFAS. Derzeit existieren allerdings noch keine Grenzwerte.

Frankreich unterdurchschnittlich

Mit Evian (Danone), Volvic (Danone), dem von Alma in Metzeral (Elsaß) abgefüllten Gut & Günstig (Edeka) und Naturalis (Netto) schnitten sämtliche getesteten französischen Mineralwässer unterdurchschnittlich ab. Bei einigen (zum Beispiel beim Netto-Wasser) wirkte sich ein niedriger Rezyklat-Anteil in der Verpackung negativ auf das Gesamtergebnis aus.

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