Volvic an der Decke? Über Rohwareneinkauf und Markenlizenzgebühren kann Danone wie andere Konzerne auch die Gewinne seiner deutschen Ländergesellschaft steuerlich „optimieren“. Offiziell wurde allen Markterfolgen zum Trotz in den letzten Jahren immer ein Fehlbetrag (2024: −20 Mio Euro) ausgewiesen. Die 1,2 Mrd Euro Umsatz große Danone Deutschland GmbH schiebt inzwischen 60 Mio Euro Verlustvortrag vor sich her. Mit scharfen Kostenmaßnahmen haben der meist aus dem Homeoffice in Stockholm operierende Deutschland-Chef Richard Trechmann und seine Vertriebsgeschäftsführerin Katharina Herzog die Kosten runtergefahren. Der Außendienst wurde ausgesiebt, viele Altgediente haben die Goldenen Handschläge angenommen. Im EBITDA soll es schon 2025 spürbare Verbesserungen gegeben haben. Allerdings konstatieren große Kunden: In der Sparte Wasser (die noch für einen Anteil von knapp 30% des deutschen Danone-Umsatzes steht) ist Getränke-Know-how verloren gegangen.
Die im 2024er Jahresbericht formulierte Hoffnung eines Umsatzsprungs von 16,9% (+58 Mio Euro) wurde 2025 verfehlt. Ein kleiner Zuwachs von zweieinhalb Prozent auf 351 Mio Euro kam am Schluss heraus. Die kleine Nebenmarke Evian robbt sich wieder in Richtung 40 Mio Liter, bekommt aber per 1. Februar 2026 eine Preiserhöhung von 13 Cent/Flasche verpasst. Zum gleichen Zeitpunkt gehen auch die Preise für die 20 mal so große Marke Volvic wieder hoch. 2025 konnte Volvic nicht vom wachsenden Markt für Stilles Mineralwasser (laut YouGov + 4,2% im Jahr 2025 vs. Vorjahr) profitieren. Abzüglich der Zuwächse bei Volvic Vitamin+, Volvic Touch und Volvic Tee trat Volvic Naturelle auf der Stelle. Die mit Abstand wichtigste Sorte Volvic Naturelle stößt in der Distribution an Grenzen: kein Drogeriemarkt, kein Discounter, kein LEH ohne Volvic. Und der Fachhandel hält an der Kiste fest, die preislich nicht mit den Einweggebinden konkurrieren kann.
Aus dem Fokus gerutscht ist Wasser im Danone-Konzern noch nicht. Doch die großen Potenziale werden eher bei Mopro und Nutrition gesehen. Für die derzeit zum Verkauf stehende Wassersparte von Erzrivale Nestlé (vgl. S. 7) gibt Danone kein Angebot ab.
Alle Analysen zum Absatz 2025:
1. MEG
2. Refresco
3. Aldi
4. Hassia
6. Gerolsteiner
7. Danone
10. Vilsa
11. Adelholzener
12. Hochwald-Sprudel
13. Winkels

