Zeitgleich mit der Integration der Wassersparte feiert Volvic im Discount-Sog Volumenrekorde. Und die neue Vertriebsgeschäftsführerin tauscht Personal aus.
Die im Januar von Henkel gekommene Vertriebsgeschäftsführerin Katharina Herzog hat von Deutschland-Boss Richard Trechmann den Auftrag bekommen, die unter dem Dach von Danone zusammengefassten Sparten in eine homogene Struktur zu drücken. Was mit Mopro (Actimel, Activia, Dany, Fruchtzwerge) und Pflanzendrinks (Alpro) geschmeidig flutscht, ist bei der 720 Mio Liter großen Wassersparte schwieriger. Die Außer-Haus-Division ist nach dem Abgang von Anne Mantel im letzten Jahr in den Bereich Specialized Channels (u.a. Getränkefachhandel) gewandert und soll nun unter Mantel-Nachfolger Dominik Hansen vollständig im LEH aufgehen.
Dort hat Herzog zur Überraschung der Organisation eine erste Personalentscheidung getroffen. Trotz guter Quartalszahlen (Wasser und Mopro liegen deutlich im Plus) tauscht Herzog an zentraler Stelle. Der Leiter der 70-köpfigen Außendienst-Organisation, Michele di Carlo, ist kaltgestellt. Er soll sich laut INSIDERN innerhalb der Danone-Welt nach einem neuen Posten umsehen. Der frühere Coca-Cola-Mann arbeitet seit 2017 für Danone Waters und genießt hohes Ansehen in der Truppe. Auch bei den neuen Kollegen aus der Mopro-Sparte. Doch Herzog setzt nun lieber auf einen Vertrauten. Zum neuen „Head Of Field Force“ hat sie den Edeka-Key-Accounter SebastianWallrapp hochgezogen, mit dem sie bereits einmal zwischen 2017 und 2018 bei Danone zusammengearbeitet hatte.
Mahnmal Vittel
Die wahre Herausforderung für Katharina Herzog im Wassergeschäft liegt aus Sicht von Marktbeobachtern nicht im Feld. Volvic baut zwar weiter Marktanteile aus, doch die hübschen Zahlen rühren von einer veränderten Preisoptik. Knapp 60% aller Volvic-Flaschen werden laut Marktforschung in der Aktion verkauft . Und gerade bei Aldi und Lidl verfestigt sich trotz diverser Rampenpreiserhöhungen ein Promopreis von 49 Cent je 1,5 Liter-Flasche. Das ist 58% unter Normalpreis. Volvic, so befürchten es Wasser-INSIDER, befindet sich auf dem selben Pfad wie Vittel des französischen Erzrivalen Nestlé. Der hatte Vittel erst bei Lidl auf Volumen gepumpt, aber mit jedem Jahresgespräch Deckungsbeitrag verloren. Bis die ausgelutschte Marke vor drei Jahren schließlich ganz eingedampft wurde – und die Stellplätze in den LEH-Regalen an z.B. Volvic gingen. Nestlé will die Wassersparte nun abstoßen.
Quellwasser Touch
Die Abwärtstendenz in den Volvic-Aktionen betrifft vornehmlich die Hauptsorte. Zeitgleich schiebt Danone mit neuen Sorten an. Zu Volvic Fruit und Volvic Tee gesellte sich Volvic Vitamin +. Und die Aromawasser-Range Volvic Touch wird nun erstmals in Deutschland produziert. Und zwar bei DICO Drinks in Hückelhoven, wo aromatisiertes Quellwasser als Volvic Touch in Dosen gefüllt wird.

