Nach einer Klage der Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Chosir hat ein französisches Gericht am Dienstag für Nestlé entschieden: Die Marke Perrier, deren stationärer Vertrieb in Deutschland bereits 2023 gekillt wurde, darf weiterhin verkauft werden.
Die Schützer hatten einen Verkaufsstopp gefordert und dem Konzern vorgeworfen, den Verbraucher getäuscht zu haben: Nestlé bezeichne Perrier als natürilches Mineralwasser, obwohl es behandelt werde. Hintergrund sind die Ermittlungen der französischen Verbraucherdirektion gegen Nestlé wegen unerlaubter Filtration von Mineralwasser an den Standorten Perrier, Hépar und Contrex.
Nach einer weiteren Anzeige von Foodwatch hatten Beamte Nestlés Sitz in Frankreich durchsucht. Der mittlerweile geschasste CEO Laurent Freixe musste sich für den Pfusch vor einem Untersuchungsausschuss erklären. Nestlé hat inzwischen drei der fünf Perrier-Quellen stillgelegt. Nach dem Gerichtsurteil liegt der Fokus also weiter auf den beiden verbliebenen Abfüllstandorten.
Nach Schulden und Skandalen wird die global 3,4 Mrd Euro Umsatz große Wassersparte wohl bald verkauft. Auch in Deutschland herrscht Alarmstimmung. Nestlé Waters DE-Chef Christoph Ahlborn hatte im Oktober die Flucht ergriffen.
