Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Schritt zurück: Vom nationalen Vertriebsdirektor Gastro bei Warsteiner zum Verkaufsdirektor Gastronomie in der Regionaldirektion West der Radeberger Gruppe. Doch André Hilmer gilt als ehrgeizig und wird die neue Aufgabe wohl mit entsprechendem Einsatz angehen.
Der 49-jährige Hannoveraner kennt die Branche und ihre Eigenheiten. Nach fast zwei Jahrzehnten AB Inbev wechselte er 2018 ins Sauerland zu Warsteiner. Dort stieg er innerhalb eines Jahres vom Feldmannschaftsdirektor zum Fassbierchef auf, zunächst interim, später dauerhaft. Anfang dieses Jahres zog Hilmer die Reißleine. „Es hat nicht mehr gepasst“, heißt es aus seinem Umfeld. Mit dem Abschied nahm er bewusst das Risiko in Kauf, nicht sofort wieder in eine vergleichbare Position zurückzukehren.
Zwar sollen mehrere Unternehmen Interesse gezeigt haben, doch zu einer Einigung kam es nicht. Bis Christopher Herzberg, Regionaldirektor West bei Radeberger, den Kontakt suchte. Er bot Hilmer die Leitung des Gastronomie-Vertriebs im Großraum Hannover an – samt Perspektive für die Zukunft. Es wäre nicht überraschend, wenn er die neue Rolle als Sprungbrett sieht.
Doch für Hilmer ist das nicht nur sein Branchen-Comeback, sondern auch eine berufliche Rückkehr in die Heimat. Viele Jahre war er das Gesicht der GildeBrauerei, sein Netzwerk in der Region und darüber hinaus gilt als stark. Privat ist Hilmer bekennender Hannover 96-Fan. Beruflich übernimmt er nun die Verantwortung für ein Gebiet, das sich von Göttingen bis kurz vor Hamburg und vom Emsland bis in den Harz erstreckt. Acht Gebietsverkaufsleiter und ein regionaler Key-Account-Manager berichten künftig an ihn. Ein Heimspiel – aber eines, das er gewinnen muss.

