Banke-Investor gefunden

Mit dem Erwerb der insolventen Taufkirchener Banke GmbH übernimmt der börsennotierte Branchengigant Bucher Industries aus der Schweiz das Herzstück: viele Patente.

Für den Insolvenzverwalter Daniel Barth (Pluta) war es ein smarter Job: Gut zwei Monate nach Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens „zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen“ bei der Taufkirchener Banke GmbH (im oberbayerischen Taufkirchen) und praktisch mit der Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens am 27. Mai präsentierte er schon den passenden Investor. Banke soll im Zuge eines Asset Deals als Teil der Bucher Unipektin in der Division Bucher Specials aufgehen, in einer der fünf Divisionen der Bucher Industries. 16 von ehedem 31 Mitarbeitern bleiben vermutlich an Bord. Gf der Unipektin ist Daniel Schneider. Man ergänze, hieß es Anfang dieser Woche, das „Produktportfolio der tschechischen Tochtergesellschaft Bucher Denwel“ und werde „unseren Wachstumskurs fortsetzen“. Friedrich Banke soll, wie es so schön heißt, „in der neuen Firma einen wichtigen Teil im Bereich R&D übernehmen“.

INSIDER verorten das Hauptinteresse der Schweizer an vielen einschlägigen Patenten, die der technisch versierte Banke im Laufe der Jahrzehnte angemeldet hat. Einige hält der frühere Steinecker-Entwicklungsleiter selber, einige sind aus alten Zeiten bei der Anton Steinecker Maschinenfabrik GmbH untergebracht, mittlerweile eine Krones-Tochter. Viele aber gehören der Banke GmbH, darunter diverse Verfahren zur Würzekochung. Auf Anfrage von INSIDE heißt es von Seiten Bucher, man habe „die Patente der Banke GmbH wie auch die von Herrn Banke übernommen“. Ordentlich Holz. Nur: Was bedeutet das für die Halbwertszeit des Standorts Taufkirchen?

Laut INSIDERN war der mit einem üppigen Auftragsportfolio ausgestattete Ex-Braukon-Mitgesellschafter Friedrich Banke schon geraume Zeit auf der Suche nach einem Investor, der ihm schnelles Wachstum hätte finanzieren können. Allein: Er fand wohl keinen. So machte sich schon Monate vor der Insolvenz u.a. der langjährige Johann Brandstetter vom Acker (für ihn wurde im Februar 2025 Valentin Reuber hausintern hochbefördert). Reuber selbst hat den Switch vollzogen und ist mit der neuen Struktur Vertriebsingenieur bei Bucher Denwel geworden. Anfang Mai wechselte der erst im Oktober 2024 geholte frühere technische Leiter der Fürst Carl Schlossbrauerei Benedikt Kindler zu Doemens (INSIDE 975). Insgesamt sollen acht Mitarbeiter das Haus freiwillig verlassen haben, sieben weiteren wird wohl gekündigt. 16 bleiben dann übrig. Für einen Konzern wie Bucher mit weltweit 14.000 Angestellten ein überschaubares Projekt.

Nicht nur für Friedrich Banke endet damit wohl eine lange erfolgreiche Karriere als Unternehmer. Auch manch Kunde muss bei Großprojekten wieder von vorne planen, etwa die MünchnerKindl Brauerei (INSIDE 972). Womöglich dann mit einem neuen Partner.

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