Nach Banke-Pleite: Großprojekte auf Eis

Wenige Wochen nach dem überraschenden Deal mit der Bucher Unipektin AG in der Schweiz wird langsam klar, wohin die Reise für die frühere Taufkirchner Banke GmbH geht.

Friedrich Banke, zuletzt Alleingesellschafter der Banke GmbH, hat, wie es so schön heißt, die Geschäftsführung an Christian Brackwehr übergeben. Genaugenommen gab es dabei allerdings nichts zu übergeben. Die alte Banke GmbH wurde mittlerweile liquidiert, es übernahm die neu gegründete Bucher Denwel GmbH, die wiederum über Beteiligungsgesellschaften dem Kosmos der Bucher Industries AG zuzurechnen ist. Und dann existiert noch das Team von Bucher Denwell in Tschechien. Gf dort ist Jan Vejvalka.

Wie lange Banke (zurzeit offenbar als CTO) noch ein Dasein in der neuen Firma hat, bleibt dahingestellt. Vorerst geht es wohl darum, seine Kontakte und seine unbestrittene technische Expertise zu nutzen. Zwei seiner eigenen ehemaligen Großkunden stehen erst mal nicht mehr auf Buchers Referenzliste aktueller Projekte: Dietrich Sailers Münchner Kindl-Brauerei, die ihre komplette Ausstattung ehedem mit Banke geplant hatte und nun von vorne anfängt (INSIDE 972). Und das Riedenburger Brauhaus, das noch im September 2024 zusammen mit Banke den Spatenstich fürs neue Brauhaus vollzog, mittlerweile aber, wie zu hören ist, mit Bucher immerhin „in Gesprächen“ ist, ob und wie es nun weitergeht.

Insolvenzen von Firmen mit dicken Auftragsbüchern sind in der Regel toxisch. Bei Banke kommt hinzu, dass der Firma laut INSIDERN ausgerechnet das schnelle Wachstum zum Verhängnis geworden sein könnte. 2020 hatte Friedrich Banke eine 15-jährige Liaison mit dem Anlagenbauer Braukon durch den Verkauf eigener Anteile beendet. Der Patente-Profi Banke konnte damit direkt auf Kunden zugehen, war letztlich aber auf der Suche nach Investoren, die den radikalen Wachstumskurs mitgehen würden. Wie andere Anlagenbauer musste Banke, der Brauanlagen konzipierte und u.a. das Engineering zugekaufter Behälter übernahm, Personal und Material für üppige Aufträge vorfinanzieren.

Nun, nach der vorläufigen Insolvenz im März 2025, hat Banke einen Investor. Allerdings einen, bei dem nur noch sein Know-how, nicht aber seine Führung gefragt ist. Andernorts knallten laut INSIDERN indes auch mal die Sektkorken, als die Banke-Insolvenz ruchbar wurde. Denn beim Wettbewerb kam die Preisstellung der Taufkirchener nicht immer gut an.

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