Auch Holtz ist nur eine Episode in der Bitburger-Saga. Die ehedem marktprägende Braugruppe sucht erneut einen Anführer. Die Zeiger gehen zurück auf Null.(INSIDE-Hot Shot vom 23.2.).
Als der bei der Schwester Gerolsteiner erfolgreiche, bei der Bitburger Braugruppe aber eher instinktlos agierende Axel Dahm 2022 ausgemustert wurde, war der Wunschnachfolger schnell gefunden. Um ihn zu verpflichten, schluckte der Bitburger Beirat einige Kröten. Carlsberg Deutschland ließ CEO Sebastian Holtz erst nach 11 Monaten aus dem Vertrag. Zudem bestand der familiär in Hamburg verwurzelte Holtz darauf, seinen Wohnsitz beizubehalten.
Die Geduld sollte sich auszahlen. Vollblut-Vertriebler Holtz erweckte die demotivierte Truppe zu neuem Elan. Nach Europameisterschafts-Hoch und dem anschließenden Absturz im letzten Jahr (- 8,5% auf unter fünf Mio hl – INSIDE 992) ging die Braugruppe mit viel Optimismus ins Jahr 2026. Doch noch bevor seine Ära richtig messbar wird, ist Holtz wieder weg. Der Marketing- und Vertriebs-Gf wird seinen bis 31. Oktober laufenden Vertrag nicht verlängern.
Der 47-Jährige hat einen Job im heimischen Hamburg: Holtz wird als Nachfolger von Stephan von Bülow (bzw. dessen Nachfolgers Carsten Horn) Chef der Block-Gruppe. Beim Steak-Spezialisten kümmert er sich nicht nur um die Restaurant-Ketten (Block House, Jim Block), sondern auch um das Handelsgeschäft mit Soßen, Fleisch und Patties.
So richtig angewachsen war der Vier-Tages-Holtz in der Eifel dann doch nicht. Auch nach dem Abgang von Technik-Gf und Gesellschafter Jan Niewodniczanski zog die Führung nicht an einem Strang. Für Niewo ist die Nachfolge offenbar geregelt: „Wir befinden uns bei der Besetzung der Position des Geschäftsführers Technik und Umwelt auf der Zielgeraden“, heißt es aus den Gremien. Zentrale Rolle spielt der vor fünf Jahren aus der Bitburger Holding entsandte Geschäftsführer Personal und Recht Dr. Stefan Schmitz. Er kam 2007 zur Holding, wo er nach dem Abschied von Co-Gesellschafter Matthäus Niewodniczanski zum Gf und Ansprechpartner des 44-köpfigen Gesellschafterkreises aufstieg (dort hat der dritte Niewo-Bruder, der Van Volxem-Winzer Roman Niewodniczanski, indes Teilkasse gemacht, erst 10% seines Anteils an seine Mutter und später ein Viertel an die restlichen Gesellschafter verkauft. Roman Niewo hält nun 3,6%, seine Brüder je 5,23%)
Die Macht in der Eifel wird neu ausbalanciert: In drei Monaten wird der langjährige Beiratschef Dieter Heuskel sein Mandat an den Ex-Jägermeister-Vorstand Paolo dell‘ Antonio abtreten (INSIDE 991). In Bitburg erhoffen sich Mitarbeiter eine starke Nachfolgeregelung für Holtz. Die vor vielen Fragen stehende Braugruppe könne nicht von einer Grauen Eminenz wie Justiziar Schmitz gesteuert werden, heißt es, sondern benötige einen CEO. Marketing- und Vertriebs-Gf Holtz hatte bei seinem Antritt auf eine Sprecher- oder Vorsitzenden-Rolle verzichtet.

