Brewdog vor Verkauf

Der schottische Craftbrauer Brewdog soll verkauft werden. Das Unternehmen hat die Berater von AlixPartners für eine Investorensuche beauftragt. In einem Statement der Brauerei heißt es, die Restrukturierer sollen einen “wettbewerblichen Prozess unterstützen, um die nächste Investitionsphase für das Unternehmen zu prüfen".

Der schottische Ableger von BBC berichtet darüber hinaus von einem Schreiben an die Mitarbeiter. Darin heißt es, dass noch keine Entscheidungen über einen Verkauf getroffen wurden. Das Tagesgeschäft soll weiterlaufen. Auch die verbliebenen Bars und Brauereien bleiben in Betrieb.

Bei Brewdog weht schon seit geraumer Zeit ein rauer Wind. Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete das Unternhemen einen Vorsteuerverlust von 36,6 Mio Pfund (rund 44 Mio Euro). Erst im Januar hatte die Brauerei die hauseigene Destillerie im schottischen Aberdeenshire geschlossen. Vergangenes Jahr kündigte das Unternehmen an, Stellen streichen zu wollen. Zahlreiche Pubs wurden geschlossen. Derzeit beschäftigt die Brauerei weltweit noch rund 1.400 Mitarbeiter.

Auch in der Administration herrscht wenig Kontinuität. James Arrow, der auf Gründer James Watt gefolgt war, trat vor einem Jahr als CEO zurück. Für ihn kam James Taylor. Der zweite Gründer Martin Dickie hatte Brewdog im August 2025 verlassen.

An der Deutschland-Spitze hatte im April 2025 Domink Tosch den zu Radeberger abgeschwirrten Adrian Klie abgelöst. Inwiefern die Deutschland-Einheit vom etwaigen Verkauf betroffen ist, bleibt abzuwarten. 

Ungeklärt ist auch, ob die rund 200.000 Brewdog-Investoren bei einem Verkauf womöglich leer ausgehen. Brewdog wurde zum Teil über Crowdfunding finanziert. Größter Anteilseigner ist der Private-Equity-Investor TSG Consumer Partners. Mit dessen Einstieg im Jahr 2017 wurden Vorzugsaktien eingeführt. Heißt, bei einem Verkauf könnte TSG bevorzugt behandelt werden.

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