Der Verbrauch von Fruchtsäften und Fruchtnektaren ist im Jahr 2024 weiter gesunken - allerdings weniger als erwartet. Nach Zahlen des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie VdF fiel der Pro-Kopf-Verbrauch von 26 auf 24 Liter. Für den Abwärtstrend sorgte vor allem die wichtige Sorte Orange, die bei der 100%-Variante um 2,6 Liter rückläufig war. Kompensiert haben Nektare (Zitrus, Traube. Grapefruit, Gemüse) mit einem Plus von 0,5 Liter pro Kopf.
Die Absatzrückgänge seien auf gestiegene Rohwarenkosten zurückzuführen. Der Preis für eine Tonne Orangensaftkonzentrat stieg in den letzten zwei Jahren von 2.000 auf 7.000 Dollar, bedingt durch die Orangenkrankheit „Greening“. Dabei sorgt ein Bakterium für ein Absterben ganzer Plantagen. Spätfröste bei Äpfeln und Rhabarber sowie Knappheiten bei Ananas tun ihr übriges. Die derzeitig bestehenden Zölle wie 12,2% auf Orangensaft aus den Mercosur-Staaten, moniert VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger, “verschärfen noch die Verteuerung” und werden daher vom Verband abgelehnt.
Die Ananassituation sei besonders besorgniserregend. In Costa Rica und Thailand, den Hauptlieferländern, führen Klimaphänomene (La Niña und El Niño) und unzureichende Wasserversorgung zu geringeren Ernten und höheren Beschaffungskosten. Dies habe spürbare Folgen für die Fruchtsaftindustrie in Deutschland und erhöhe den Druck auf die Hersteller. Der VdF fordert daher die Abschaffung der Zölle, um die Preise zu stabilisieren und die Verfügbarkeit zu sichern.

