Ein halbes Jahr nach Gründung der Beverage Independance Group (BIG) herrscht Feuer unter dem gemeinsamen Einkaufsdach von Top Getränke und Pro-Getränke. Dass die großen Ambitionen in der bisher meist friedlichen Koexistenz von Fachhandel und Industrie zu Gegenwind führen, war eingepreist. Doch die Wucht überrascht die Big-Macher Georg Gorki und Thorsten Schön, die sich als Verbesserer des Vertriebskanals von der Industrie Anerkennung erhofften.
Stattdessen gibt es Zoff. Neben einem Konditionsabgleich (rückwirkend zum Juni) fordert BIG-Einkäufer Gorki einen Integrationsbonus. Bei manch Hersteller addieren sich die großen Big-Wünsche auf 15 Euro/hl. Der raue Ton des selbstbewussten vormaligen Kaufland-Einkäufers macht Mittelständler kirre. Allerdings: Bei Pro und Top (Ex-Mitglied Claus Lippert galt als Verhandlungsgenie) liegen Konditions-Leichen im Keller. Teilweise tauchen komplett unterschiedliche Preislisten auf. Doch auch große Lieferanten legen sich quer. AB Inbev, Erdinger, Paulaner, aber auch Coca-Cola (wo Pro-Getränke zuvor über sehr gute Konditionen verfügt haben soll) lehnen die Forderungen ab. Die Big-Macher geben nicht nach und reagieren mit LEH-Methoden: punktuelle Auslistungen (u.a. Coca-Cola bei Sagasser) oder Besuchsverboten (Erdinger). Immerhin mit Coke scheint die Kuh bald vom Eis.
