Höhler zu Früh

Endlich wieder Bier: Frank Höhler

Die rund 400.000 hl große Cölner Hofbräu Früh bekommt einen neuen Chef: Frank Höhler übernimmt zum Jahreswechsel die operative Führung von Alexander Rolff (INSIDE- ot Shot vom 12.9.).

Damit ist das Geheimnis gelüftet, wohin es Frank Höhler nach seinem überraschenden Abschied von Franken Brunnen ziehen wird. Dort hatte der 52-Jährige nach zwei Jahren Warmlaufen als Technik-Geschäftsführer erst vor einem Jahr die Nachfolge von CEO Michael Bartholl angetreten, aber dann in diesem Sommer beschlossen seinen Vertrag nicht zu verlängern (Beiratschef Jürgen Brinkmann soll einen branchenfremden Kandidaten bereits an der Angel haben). Laut INSIDERN wurde Höhler auch bei den Adelholzener Alpenquellen als Nachfolger für CEO Stephan Hoechter gehandelt (INSIDE 983), der nach dem gescheiterten Versuch, mit Silke Reuter eine Nachfolgerin zu installieren, das oberbayerische AfG-Schmuckkästchen derzeit aus dem Beirat heraus steuert.

Doch da hatte längst schon Alexander Rolff Kontakt zu Höhler aufgenommen. Er hatte viel zu bieten: Die 400.000 hl große Cölner Hofbräu Früh ist zwar deutlich kleiner als Franken Brunnen (6,5 Mio hl), aber bewegt sich gleich mehrfach in Höhlers Herzens-Gefilden. Statt einem komplexen Job im fernen Bayern lockte Rolff mit einem Job im nur 40 km von Höhlers Familien-Wohnsitz Neuss entfernten Köln. Dort war Höhler bei Pilsner Urquell (später SABMiller) zum Deutschlandchef aufgestiegen. Fast zehn Jahre kämpfte er leidenschaftlich für Pilsner Urquell, Tyskie und Co, bevor er 2016 zum Automatenhersteller Tomra entschwand.

Generationsbrücke am Rhein

Bei Früh wird der 53-Jährige als persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) ohne Anteile sowohl die Brauerei als auch die wichtigen Gastro-Objekte (u.a. Früh am Dom) steuern müssen. Beides erfährt derzeit heftigen Gegenwind. Im Biergeschäft ist Rolff und seinem Marketing- und Vertriebsleiter Dirk Heisterkamp mit dem fast 50.000 hl großen Schreckenskammer Kölsch immerhin ein Glücksgriff gelungen. Rolff, hatte das Unternehmen als Vertreter des einen von zwei Gesellschafterstämmen mit vielen Entscheidungen auf eine moderne Spur gebracht. Und lag dabei oft richtig. An einem allerdings wurde nicht gerüttelt. Bis heute ist Früh Kölsch wie auch Reissdorf sehr restriktiv im Umgang mit marktbegleitenden Geldern. Angesichts der Konzentration im Handel ein Segen, wie auch Höhler weiß.

Für Rolff, 62, ist Ende Dezember nach 25 Jahren Schluss. Er rückt zurück ins Glied der Kommanditisten. Als er 1999 von seinem Vater Eduard Rolff übernahm, arbeitete er zunächst noch an der Seite des Patriarchen des anderen Familienstammes Hermann R. Müller und bis heute mit dessen Sohn Philipp C. Müller, 53. Der muss sich nun an einen externen Co-Gf gewöhnen. Wenn es nach der Familie Rolff geht, für die nächsten acht bis zehn Jahre. Der große Masterplan sieht vor, dass dann Alexander Rolffs Sohn Christian die Führung übernimmt. Nach ersten Schritten als Trainee bei Veltins hat der Junior kürzlich noch ein Studium angefangen. Anschließend soll er wie Vater Alexander (der dereinst bei Beck & Co arbeitete) noch praktische Erfahrung sammeln. Bis dahin muss Höhler die Bude am Laufen halten.

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