Hofbrauhaus Freising: Erste Kündigungen

Wenige Tage nachdem Graf Ignaz sein Hofbrauhaus Freising an eine Schweizer Firma (INSIDE 989) abgab, gibt es Einschnitte beim Personal: Fünf Leute müssen gehen, auch der Beirat löst sich auf. 

Dem Vernehmen nach ist Christoph Michl mittlerweile aus dem Beirat der noch maximal 67.000 hl Bier und 17.000 hl AfG großen Brauerei ausgeschieden. Ein erwartbarer Schritt. Zusammen mit Claus Lippert hatte Ex-Schörghuber-Mann Michl den Beirat eine Zeit lang geschäftsführend verwaltet. Lippert, der sein Getränkeimperium 2020 an Radeberger verkaufte (INSIDE 828) und danach vom Inhaber Erbgraf Ignaz zu Toerring-Jettenbach in den Hofbrauhaus- Beirat gelotst wurde, hatte sich Sommer 2025 aus Freising zurückgezogen. Zuvor hatte er mit hartem Rückschnitt für Transparenz in der in rote Zahlen gerutschten Brauerei gesorgt. 

Die Schweizer Argon AG und ihre Vorstände Dr. Till Spillmann, Fredi Fischer und Sacha Schroff, hinter denen anonyme Investoren stehen sollen, kündigten vor zwei Wochen in Freising mit großen Worten den Turnaround an („Die neuen Eigentümer planen, das Gräfliche Hofbrauhaus Freising als modernes Brauhaus (…) weiterzuentwickeln – mit einem klaren Bekenntnis zu höchster Qualität bei Zutaten, Reinheit und Produktionsprozessen sowie dem Standort Freising. Ein besonderes Augenmerk gilt weiterhin dem Slow-Brewing-Verfahren …“). Die ersten Entscheidungen fielen schnell: Laut INSIDERN wurde Mitte vergangener Woche fünf Angestellten der Brauerei die Kündigung zugestellt. Unter anderem in der kaufmännischen Abteilung.  

Beobachter werten das als Indiz dafür, dass dieser Bereich in die Schweiz wandert. Außendienst und Produk­tion, die ebenfalls von den Entlassungen betroffen sein sollen, lassen sich schwer über den Argon-Firmensitz im Schweizer Pfäffikon abwickeln. Was beim Rest der Freisinger Belegschaft Fragen nach der langfristigen Brau- und Immobilienstrategie der Schweizer aufwirft.             

Share this article: