Im Oetker-Backstudio werden im Mai 2005 einige Krümel von der Tischdecke geschüttelt. Getränkechef Ulrich Kallmeyer, 63, und der kurz vorher zum Chef der Radeberger Gruppe ernannte Dr. Albert Christmann, 42, wollen sich vom Mineralwassergeschäft trennen. Glashäger, Spreequell, Vita-Cola, Thüringer Waldquell, Sinziger, stehen zum Verkauf und wandern kurz darauf zu Hassia, Rhönsprudel und Franken Brunnen. Die Mineralwassersparte war eineinhalb Jahre vorher in den Besitz der Oetkers geraten, als Kallmeyer nach dem gescheiterten Versuch, Holsten (inkl. Köpi und Licher) zu kaufen, nach der Brau & Brunnen AG griff. Nun sollte die Brunnensparte weg, Christmann sah keinen Sinn im Wassergeschäft. Nur einer widersprach: der junge Finanzchef Dr. Niels Lorenz, doch der 34-Jährige hatte damals nicht viel zu husten. Das hat sich geändert: Vor drei Wochen löste Lorenz (an der Seite von Charly Oetker) Christmann an der Oetker-Spitze ab (INSIDE 972). Der Weg zurück zum Wasser wäre frei …
Ebenfalls in Ausgabe 481: Der von Paulaner-Chef Wolfgang Salewski vollmundig angekündigte Kauf von Herrnbräu-Ingolstadt verzögert sich (und wird wenig später abgeblasen). Im Nachhinein ein Glücksfall: Im Falle der Übernahme hätte Paulaner Spezi nicht in Bierflaschen, sondern in Ingolstadt in klare Schraubverschlussflaschen gefüllt (siehe Interview mit Ex-Paulaner-Key Accounter Robert Windl in INSIDE FUTURE #1.25 ). Die Spezi-Story hätte einen anderen Verlauf genommen …
Eine Erfolgsgeschichte sollte auch Rainer Emig erleben, der vor exakt 20 Jahren seinem Ex-Chef Heribert Geiselbacher von Bitburger zu Veltins folgte. Es ging steil bergauf. Für Veltins und für Emig, der vor sechs Wochen zum Gf ernannt wurde. Die Weichen gestellt wurden auch in Groß-Kienitz. Getränke Hoffmann legte sich auf Mario Benedikt als Kronprinz für Gf Rolf Harder fest. Er übernahm 2007 und steht auch im Mai 2025 an der Hoffmann-Spitze. Und in Rostock kauft der GAM-Verleger Axel Heidebrecht das Logistikzentrum der insolventen Brandt Warenlogistik, um daraus seine bis heute operierende KaDiSe zu formen.
Doch nicht alle Nachrichten aus INSIDE 481 entpuppen sich als Erfolgsgeschichten: So melden wir im Mai 2005, dass Herforder „seit letzter Woche Herforder Mild Plus ausliefert, ein Weißglasflaschenbier, das nicht von ungefähr dem Beck’s Gold-Nachläufer Krombacher Extra Mild zum Verwechseln ähnlich sieht“. Wie alle anderen Beck’s Gold-Plagiate (u.a. Holsten Knight, Bit Sun, Lübzer life, Stern Gold u.v.a.) wurde das Produkt im Folgejahr eingestellt.

