KHS Till: Was ist los mit den KEG-Anlagen?

Von mehreren Seiten verdichten sich die Anzeichen, dass der Anlagenbauer KHS den sanften Rückzug aus dem Geschäft mit Fass-Abfüllanlagen plant. 

Zu Ende 1999 hatte die damalige KHS Maschinen- und Anlagenbau AG, Dortmund, die GEA Till GmbH & Co. KG in Kriftel übernommen, seinerzeit nach eigenen Angaben der führende Hersteller von KEG-Fassfüllungen im Leistungsbereich von 25 bis 2.000 Kegs pro Stunde. Damals setzten etwa 800 Brauereien, Softdrink-Abfüller sowie die Brunnenbranche in 125 Ländern auf KHS-Till-Anlagen. Noch 2011 präsentierte KHS mit der Innokeg Till CombiKeg stolz eine Keg-Reinigungs- und -Füllmaschine. Allerdings interpretierten INSIDER in den darauffolgenden Jahren die Geschäftspolitik der heutigen Salzgitter-Tochter KHS (Gruppen-Umsatz: rund 1,5 Mrd Euro) bei vielen Management-Wechseln so, dass die Prioritäten nicht mehr auf dem Geschäft mit KEG-Anlagen lagen. Bei der BrauBeviale in Nürnberg vergangene Woche wurden bei KHS denn auch stolz die Mehrheitsbeteiligung an der Tyron-Schulnig GmbH (Transport-Sterne, Neckklammern) und die zusammen mit der Ferrum Packaging AG absolvierte Übernahme des Maschinenbauers H.F. Meyer gefeiert.

Mittlerweile zeichnet sich ab, warum das Thema KEG-Technik bei der KHS eher stiefmütterlich behandelt wird. INSIDER wollen erfahren haben, das KHS die Fass-Abfüllanlagen still und heimlich einschlafen lassen will. Die Produktion von KEG-Maschinen soll eingestellt, der Service fortgeführt werden (selbst für Bestandskunden der alten Maschinen aus GEA-Till-Zeiten bietet KHS heute noch Serviceleistungen an). Interne Begründung: Das Geschäft mit den Anlagen sei zuletzt immer weiter rückläufig gewesen, dito der Anteil am Gesamtumsatz.

Passend dazu heißt es aus dem Markt: KHS-Anlagen seien meist teurer gewesen als der Wettbewerb. Vielleicht eine Art vorauseilender Wettbewerbsauschluss. 

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