Freie Fahrt. Der 150 Milliarden Euro Umsatz große Gigant koppelt sich weiter vom Rest des Geschehens ab. 2011, drei Jahre nach der Übernahme von Leißlinger und dem Einstieg ins Brunnengeschäft beschloss die Schwarz-Gruppe, die Produktion von sensiblen Warengattungen selbst in die Hand zu nehmen. Es folgte der Aufbau der Schwarz Produktion (Slogan: „Wir liefern und alle können einpacken“): 17 eng verdrahtete Standorte für Pasta, Schokolade, Snack, Backwaren, Eis und Kaffee, dazu die Papierfabrik Miwau für die Produktion von Handzetteln, an denen Kaufland und Lidl trotz aller Digitalisierung mittelfristig festhalten.
Eine zentrale Rolle spielt die Keimzelle MEG mit 25 Abfüllanlagen an sechs Standorten (Leißling, Jessen, Löningen, Kirkel, Wörth am Rhein und seit Februar Derby-UK) sowie drei Preform- und Granulatanlagen (Roßbach, Neuensalz, Übach-Palenberg). Der Trend zur Eigenmarke wedelte der MEG weiteren Absatz zu. Während die Marktforscher von NielsenIQ für den Discount insgesamt ein Absatzminus von 5,0% ausgerechnet haben, konnte die MEG mit Saskia und Co. sogar noch zulegen. Das veränderte Preisbild beim Eckartikel 1,5 Liter Mineralwasser (binnen eineinhalb Jahren von 19 Cent auf heute 27 Cent je 1,5-Liter) scheint Saskia nicht zu treffen.
Die Plastik-Allergie der Verbraucher hat sich gelegt. Und offenbar auch die der Politik. Eine breit angelegte Kampagne zur „Kreislaufflasche“ mit Günther Jauch zeigte Wirkung. Die verpflichtende Einführung von Mehrweg ist vom Tisch. Der Boom von Lidls Einwegpalette, inkl. Deutschlands größter Wassermarke Saskia, kann weitergehen.
Analyse aus INSIDE 943
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