In Österreich ist der Dosenbierabsatz nach Einführung des Pfandes 2025 “regelrecht implodiert”, wie es in einer heute veröffentlichten Bilanz des Verbandes der Brauereien Österreichs heißt. Demnach gab es in diesem Segment einen Produktionsrückgang von 503.000 hl. Insgesamt sank die Dosenbierproduktion im Inland um 23 %. Eine Kompensation durch andere Einweggebinde (z.B. Einweg-Glasflaschen) sei ausgeblieben, hieß es. Bei Mehrweg gab es hingegen ein Plus von 0,8 %.
Das mengenmäßige Minus beim Inlands-Gesamtausstoß Bier inkl. AF-Bier betrug laut Berechnungen des Verbandes 510.677 hl, entspricht also ziemlich exakt dem Minus bei den Dosenabsätzen. Der Gesamtausstoß im Vorjahr (Bier inkl. alkoholfreiem Bier und Export) belief sich auf 9,25 Mio hl – ein Rückgang von 7,1 % zum Jahr 2024. Die Inlands-Produktion von Bier und alkoholfreiem Bier lag bei 7,88 Mio hl, der Export kam auf 1,37 Mio hl. Das Inlands-Minus fiel mit 6,1 % deutlich aus; jenes im Export beträgt sogar 12,4 %. Im Vorjahr wurde von heimischen Brauereien 8,7 Mio hl Bier (exkl. AF-Biere) produziert, davon gingen mehr als 1,12 Mio hl in den Export. Das Minus im Bier-Inlands-Ausstoß belief sich auf 6,5 %, im Export auf 10,8 %.
Der deutliche Rückgang im Export ist nach Ansicht des Verbandes “weniger auf eine schwächere Nachfrage nach heimischen Bieren im Ausland zurückzuführen, sondern eher auf Produktionsverlagerungen in länderübergreifenden Unternehmensstrukturen.” Der österreichische Biermarkt wird zu über 50 % von der rund 5 Mio hl großen Heineken-Tochter Brau-Union (Gösser, Zipfer, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger, Villacher) dominiert.
