Heineken schiebt Deutschland nach Linz

Rückt nach für Gert Swaanenburg: Jan Stickelmann

Umbruch beim unter Druck stehenden Braukonzern Heineken. Das noch von CEO Dolf van den Brink (der unlängst überraschend seinen Rücktritt zum 31. Mai 2026 bekannt gab) verabschiedete Sparprogramm Evergreen 2030 (siehe INSIDE 992) führt jetzt zu Einschnitten in Europa. In einem Online-Call wurden die Mitarbeiter gestern über eine umfassende Reorganisation informiert, die auch Deutschland betrifft.  

In Europa werden die Ländergesellschaften in nur noch vier große Divisionen zusammengefasst. So wird die belgische Einheit (Alken-Maes) künftig von Holland aus geführt. Betroffen sind auch Österreich, Schweiz und Deutschland. Die drei Länder rutschen künftig in eine gemeinsame Heineken-DACH-Organisation. Stichtag: 1. Juli 2026.

Es ist ein trauriges Trio. Die in diesem Verbund größte Einheit, die 5 Mio hl große Brau Union (Marktanteil in Österreich: über 50%), hat im vergangenen Jahr schwer Federn gelassen. Die Einführung von Einwegpfand in Österreich drückt das wichtigste Gebinde, die Halbliterdose, tief ins Minus. Die in Linz beheimatete Brau-Union-Zentrale (Gösser, Zipfer, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger, Villacher) dürfte in der neuen DACH-Organisation die erste Geige spielen. 

Auch Heineken Deutschland hat 2025 schwere Schrammen abbekommen. In Folge einer dreisten doppelten Preiserhöhung erlebten die zuvor steil aufsteigenden Marken Heineken und Gösser einen Strömungsabriss und verloren rund 15%. Die Einheit (außerdem u.a.Desperados und Strongbow Cider) rutschte auf unter 1,5 Mio hl ab. Wie INSIDER wissen, bleibt die in Berlin ansässige Heineken Deutschlandals eigenständige GmbH erhalten, wird aber an die DACH-Zentrale berichten. 

Der bisherige Deutschland-Chef  Gert Swaanenburg wird Berlin verlassen.  Für ihn übernimmt Jan Stickelmann als neuer Country Manager. Stickelmann kam 2018 zu Heineken, stieg schnell zum Vertriebsschef Handel auf und übernahm im August 2025 die Gesamtverantwortung für den Vertrieb. Nun rutscht er auf den Berliner Chefsessel. 

 

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