Roald Pauli

Win-Win-Lösung und ein Bravourstück des alten Fuchses Roald Pauli: Als diese Woche die Mannheimer Eichbaum mit Lafayette Mittelstand Capital Fund Manager S.à r.l. auf den letzten Drücker einen Investor für die Brauerei präsentierte, griff der lapidare Verweis auf Park&Bellheimer als künftigen Vertriebspartner der Marke Eichbaum etwas kurz. 

Laut INSIDERN lief der Deal so: Eichbaum musste erst alte Schadensersatzforderungen seitens Park&Bellheimer zur Seite räumen, bevor Lafayette überhaupt einstieg. Pauli als Mehrheitsgesellschafter bei Park&Bellheimer soll laut Vertrauten zufolge generös auf die wohl mindestens 10 Mio Euro hohen Forderungen (alte juristische Scharmützel um Valentins Weißbier) verzichtet haben - und bekam dafür die Vertriebs- und Namensrechte für die Mannheimer Kernmarke Eichbaum. Einschließlich der Liefervereinbarungen für 900 gastronomische Objekte von Eichbaum.

Es ist, wenn man so will, eine triumphale Rückkehr des Ex-Actris-Finanzchefs, der sich nach 2009, als Dietmar Hopp sein Actris-Geschäft filetierte, immer wieder Auseinandersetzungen mit dem neuen Eichbaum-Chef Jochen Keilbach lieferte. Da war Pauli, heute 64, schon Mehrheitseigner der Park&Bellheimer. Auch nach dem Tod Keilbachs und dem 100%-Einstieg von Andreas Hiby-Durst sah sich in Mannheim offenbar niemand genötigt, die Kuh vom Eis zu bekommen und mit Pauli einen Deal zu schließen. Der hatte Eichbaum schon 2020 auf die Zahlung von über 8 Mio Euro verklagt. Passiert ist dann erstmal: nichts.

Diesee Faustpfand hat Pauli nun wunderbar einlösen können: Für den Spottpreis von 1-2 Mio Euro sackt er die Marke ein. Und kann zusätzlich mit seiner AfG-Range Bellaris die weißen Flecken in und um Mannheim bespielen. 

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