Sanpellegrino-Mann für Kulmbach

Christoph Ahlborn

Die Kulmbacher Brauerei AG (63,8% Paulaner, 25,8% IREKS, Rest Streubesitz) hat einen neuen Chef gefunden. Christoph Ahlborn wird am 1. Januar als neuer Vorstandssprecher antreten. 

Ahlborn, 50, hat die letzten 25 Jahre für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé gearbeitet. 2021 übernahm er die Wassersparte Nestlé Waters Deutschland, die um die Hauptmarke Vittel bereinigt und auf Sanpellegrino eingedampft wurde. In Kulmbach darf er neben komplexen 2,5 Mio hl Bier (Hauptmarke Mönchshof, vier Braustandorte) auch den rund 1 Mio hl großen Bad Brambacher Mineralbrunnen steuern. 

Damit hat Kulmbachs AR-Chef Jörg Biebernick eine peinliche Lücke geschlossen. Im Sommer war der Aufsichtsrat ein zweites Mal überrascht worden, nachdem Interimsvorstand Dr. Jörg Lehmannseinen Wechsel zum Staatlichen Hofbräuhaus nach München bekanntgegeben hatte. Lehmann, der ein Jahr zuvor bei Paulaner das Feld für CEO Biebernick räumen musste, hatte sich bereit erklärt, bei Kulmbacher einzuspringen, als der langjährige Vorstandssprecher Markus Stodden in den Ruhestand ging, woran vorher in München keiner geglaubt hatte. 

Problem für den AR: Die Satzung sieht mindestens zwei Vorstände vor, deshalb konnte Lehmann nach der Bekanntgabe seines Wechsels zu Paulaner-Konkurrent Hofbräu nicht freigestellt werden. Er schiebt Dienst bis Ende Dezember. Dann kommt endlich Ahlborn. Ein Konzernmann, wie es von Anfang an auf dem Wunschzettel des Aufsichtsrats stand. 

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