Parlamentarischer Abend in Zeiten vermeintlicher Wasserknappheit: Bei den Brunnen bricht nicht gerade Feierlaune aus, wenn die Politik mitredet. Ganz oben auf der Agenda: Planungssicherheit, Bürokratieabbau, Datenerhebung, Wasserverfügbarkeit als Standortfaktor.
Das, was sinngemäß die junge CDU-Parlamentarierin Caroline Bosbach Mitte dieser Woche in Berlin beim Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) mit Blick auf die neue Bundesregierung formulierte, scheint auch auf die Stimmungslage bei den Brunnen zuzutreffen: Es gibt keine Alternative mehr zum Handeln. Der nächste Schuss muss sitzen. Was wiederum Brunnen-Funktionäre wie VDM-Gf Jürgen Reichle umtreibt, der für Deutschland eine „erschreckende Datenlage“ zur Grundwasserversorgung beklagte, die nicht zuletzt der föderalen Grundstruktur mit ihren bisweilen bürokratischen Verästelungen zu verdanken ist. Es herrsche von Seiten des Gesetzgebers eine regelrechte „Wasserblindheit“, sagte Reichle, der immerhin begrüßte, dass auch die neue Bundesregierung die Nationale Wasserstrategie im Koalitionsvertrag verankert habe.
Der Datenmangel auf der einen konterkariert die Datenflut auf der anderen Seite. Roel Annega, Vorstandsvorsitzender des VDM, kritisierte das EU-Lieferkettengesetz (das aktuell für den ersten Zoff in der neuen Bundesregierung sorgte, weil CDU/CSU es am liebsten gleich europaweit abschaffen wollen), weil es einen Datenwust produziere, der von mittelständischen Unternehmen nicht mehr bewältigt werden könne. Annegas VDM-Vize, der Hassia-Chef Dirk Hinkel, vermisste bei der Politik der vergangenen drei Jahre „Wertschätzung für den Mittelstand“.
Wenige Wochen nach dem Deutschen Brunnentag präsentierte sich im Windschatten des VDM auch die neu gewählte Führung der Genossenschaft Deutscher BrunnenGDB mit Günther Walter als Nachfolger von GDB-Boss Markus Wolff und Ingo Winterer als weiterer GDB-Vorstand und neuer Logicycle-Gf.

