Premium-Gin mit Promo-Turbo

Gin kann auch 2024 seinen jahrelangen Erfolgskurs nicht fortsetzen. Die Kategorie verliert insgesamt weitere 8%. Es lohnt der Blick ins Detail. Besonders hart erwischt es Pernod Ricard. Sowohl die Marke Malfy wie auch Monkey 47. 

Der Start in den Spirituosenmarkt 2024 bekommt von INSIDERN das Prädikat „schwer“. Vor allem der Februar und der März waren hart. Generell gibt es eine Verschiebung zu billigeren Angeboten. Beim Gin geht es klar Richtung Standardware oder Eigenmarken. Teure Marken sind unter Druck. Die großen Konzerne wie Diageo, Pernod Ricard & Co reagieren, misten das Portfolio aus und versuchen auf den Kernmarken Gas zu geben. Es gibt aber auch Gewinner, selbst bei Premium-Marken, allerdings meist befeuert durch Promotion-Aktionen bei Kaufland oder den Discountern.

Aufgelaufen bis Ende Mai musste vor allem Pernod Ricard laut Nielsen-Zahlen (LEH, DM, C+C) herbe Rückgänge einstecken. Pernods Gin-Marke Malfy verlor mit registrierten 42.000 Litern 18,8% ihres Volumens. Die von Alexander Stein zugekaufte Gin-Ikone Monkey 47 satte 21,6% auf 14.000 Liter. Auch die nun ohne Diageo mit laufende Marke Siegfried Gin aus Bonn verlor mit  24.000 Litern 21,7% ihres Volumens. Daneben liegt auch Suntorys Roku Gin mit 12,6% unter Vorjahr mit nur noch 70.000 Litern.

Diageos Tanqueray Gin packte auf hohem Niveau (620.000 Liter)  noch mal 5,2% drauf und kam damit auf 652.000 Liter. Gefolgt von William Grant & Sons. Hendricks Gin legte um 24,8% auf 140.000 Liter zu. Schwarze & Schlichtes jüngster Zukauf Knut Hansen wuchs um 34,6% auf 25.000 Liter. Illusionist Gin sprang von 5000 Liter auf 62.000 Liter. Brown Formans Gin Mare segelt auf Wachstumskurs mit 8,9% Plus auf 35.000 Liter.

Die jüngsten internen Zahlen, sagen INSIDER, deuten daraufhin, dass beim Gin „der Bodensatz“ in Sicht ist. Die Verluste werden insgesamt geringer. Und auch teurere Marken bestehen im schwierigen Umfeld. Lokale Marken wie Gin de Cologne kommen auf ähnliche Volumen wie national distribuierte. Andere kleine wie Elephant Gin sind in die Insolvenz gegangen, verschwinden oder sind unter Druck wie Tonka Gin oder The Duke. Die Bereitschaft, neue Gin-Marken aufzunehmen, ist nach den Rausch-Jahren verlustig gegangen. Die ganz großen Volumen machen die preiswerteren Gordons (Diageo), Beefeater (Pernod Ricard), Bombay Saphire (Bacardi), allesamt unter 20 Euro. Auch bei den hochpreisigen Gins bleiben Preis-Aktionen unter 30 Euro volumenbeflügelnd. Ein INSIDER: „In den vergangenen Jahren war der Sieger, der lieferfähig ist, jetzt sind es die mit dem größten Promo-Share“.  

Artikel aus INSIDE 957

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