INSIDE hatte gestern berichtet, jetzt ist es offiziell: Die rund 200.000 hl Marke große Brauerei Leikeim beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung.
Darüber hat die Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim GmbH & Co. KG am heutigen Freitag die Öffentlichkeit informiert. Der fränkische Familienbetrieb mit rund 100 Mitarbeitern reagiert damit auf einen massiven Liquiditätsengpass. Die Ursachen: Jahrelanger Absatz- und Umsatzrückgang, steigende Kosten und die Nachwehen der Corona-Pandemie haben das Unternehmen in die Knie gezwungen. Schon im vergangenen Sommer hatte INSIDE über eine angespannte Situation in Oberfranken berichtet (Leikeim kämpft im Sturm).
Zwar hatten die Leikeim-Gfs Andreas Leikeim und Jürgen Charrois versucht gegenzusteuern (Exportgeschäft ausgebaut, AfG-Sortiment erweitert, Dienstleistungen für andere Brauereien angeboten) und Kosten gesenkt. Genützt hat es wenig. Die strukturellen Probleme des deutschen Biermarktes sind größer: sinkender Bierkonsum, Preisdruck und Überkapazitäten.
Die Produktion läuft vorerst weiter, die markanten Bügelverschlussflaschen sollen im Handel verfügbar bleiben. Im Verfahren werden Restrukturierungsoptionen geprüft und Gespräche mit Investoren geführt. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Jochen Wagner von der Kanzlei Wagner & Dr. Lehner bestellt, die Geschäftsführung bleibt im Amt wird aber vorübergehend vom Hofer Rechtsanwalt Gunther Neef von der Kanzlei Neef Schwarz + Kollegen als Generalbevollmächtigter unterstützt. Ziel: Den Standort in Altenkunstadt als Arbeitgeber zu erhalten und irgendwie das Vertrauen von Kunden und Lieferanten zurückzugewinnen.

