Dieses Ranking wurde in IF- INSIDE FUTURE 2025 #1 (Mai 2025) veröffentlicht.
Plötzlich ist Bewegung drin. Alkoholfreies Bier legt seit zwei Jahren rauschhaft zu. Brauer schöpfen Hoffnung, die ungewohnten Wachstumszahlen stechen aus der trüben Statistik hervor. Doch der Weg ist lang.
Seit Erdingers genialem Coup, alkoholfreies Weizen als Sportgetränk zu vermarkten, fehlten die Impulse. Alkoholfreies Bier bewegte sich nur etwas besser als der Gesamtmarkt (siehe Marktforschung unten). Die mit hohem Aufwand hergestellten Biere legten zwar an Qualität über die Jahre deutlich zu, doch im Absatz waren keine großen Sprünge drin.
Die Abkehr vom Alkohol ist inzwischen ein Gesellschaftsphänomen geworden. Konsumenten müssen sich nicht mehr erklären, wenn sie auf Alkohol verzichten. Hiervon scheint neben Mineralwasser, Limo, und Co. nun auch alkoholfreies Bier profitieren zu können. Anders als in der Vergangenheit wird das Alkoholfreie nun tatsächlich als Bier wahrgenommen und dementsprechend auch zu Bier-Anlässen konsumiert. Beispielhaft der Hype um Augustiner alkoholfrei, das im ersten Jahr schon auf über 50.000 hl schoss (eine zweite Entalkoholisierung geht erst Anfang nächsten Jahres ans Netz). Die knappe Ware wurde zwischenzeitlich auf Ebay für 40 Euro/Kiste verkauft. Viele andere alkoholfreie Hellbiere und Spezialitäten (u.a. Einbecker Null Bock) folgten.
Der Marktanteil wächst schnell, jedoch von kleiner Basis. Realisten halten fest: Selbst wenn die stürmische Entwicklung anhalten sollte, benötigt es noch ein Jahrzehnt, bevor der Marktanteil (im LEH aktuell 8,7%) auf ein Viertel ansteigt.


