Angesichts der wachsenden Zahl von Brauereischließungen schlägt der Deutsche Brauen-Bund (DBB) Alarm. Der Verband stützt sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach in den vergangenen fünf Jahren die Zahl der Brauereien in Deutschland um 93 Betriebe zurückgegangen ist, 52 davon allein im vergangenen Jahr. Ende 2024 gab es damit noch 1.459 Brauereien in Deutschland.
Bis zum Beginn der Corona-Pandemie war die Zahl der Brauereien in Deutschland kontinuierlich gestiegen, vor allem wegen der Craftbier-Bewegung. Viele Unternehmen haben es aber nicht geschafft; allerdings haben zuletzt viele traditionelle Häuser Insolvenz angemeldet oder geschlossen. Laut DBB-Präsident Christian Weber hat sich die Situation 2024 verschärft, weil ähnlich wie bei Gastronomie und Handel die hohe Inflation und die schlechte Verbraucherstimmung auch auf das Geschäft der Brauereien durchgeschlagen haben.
Extrem alarmiert sind neben den Spirituosenverbänden aktuell auch die (Export)Brauer angesichts des drohenden Handelskrieges mit den USA. Insbesondere der Verband der Ausfuhrbrauereien ließ unlängst verlauten, die auf der EU-Liste vorgesehenen Sonderzölle für alkoholhaltiges Bier und Biermischgetränke mit Ursprung in den USA sehe man “als sehr kritisch an, da mit Blick auf das Auslaufen der Aussetzung der europäischen Gegenmaßnahmen zum 1. April die USA umgehend Gegenzölle generell auf alkoholische Getränke und damit auch auf die vorgenannten Produkte in Höhe von 200 % angekündigt haben.” Aus deutscher Sicht stünden Ausfuhren in Höhe von 71,9 Mio Euro Einfuhren aus den USA in Höhe von lediglich 3,4 Mio Euro gegenüber. Bei Betrachtung aus EU-Perspektive seien es beim Export 996 Mio Euro und beim Import aus den USA lediglich 17,6 Mio. Die Sanktionierung der USA sei somit “de facto ohne jede Wirkung in diesem Bereich, wohingegen ein europäischer Export von fast 1 Mrd Euro unmittelbar gefährdet wird.”
