Diageo & Co: Die verzögerte Spritkrise

So richtig schlimm sind die Spirituosenverkäufe im ersten Halbjahr 2025 nicht abgestürzt. Aufgelaufen ist im deutschen Handel ein Absatzminus von 2,5 %. Die Flaute bei den Herstellern ist hingegen eklatant. Einer der größten übt sich in trotzigem Optimismus.

Laut INSIDERN bestellt der Handel derzeit entweder in kleinen Mengen oder gar nicht. Die sinkende Nachfrage ist ein Grund, ein weiterer die hohen Bestände. Viele Produzenten haben in den ersten beiden Quartalen Ware in den Markt gedrückt. Die Preise bröckeln wieder. Das spielt dem Zwischenhandel in die Hände, kleinteilig kann der besser.

Besonders groß ist der Druck bei internationalen Konzernen, die hohe Vorgaben haben - „double-digit-growth“ im wichtigen deutschen Markt steht bei vielen unverändert in den Vorgaben. Das ist mit Blick auf die Marktlage illusorisch. Alle leiden, vor allem die mittelständischen deutschen Firmen. Die großen Konzerne haben reihum Sparprogramme auf den Weg gebracht.

Diageo stößt Werk an Nudelhersteller ab

Besonders gründlich ist Diageo. Derzeit wird das Produktionsnetz bereinigt - ein Werk in Italien wurde kurzerhand abgestoßen. Das hat die italienische New Princes S.p.A übernommen, ursprünglich ein Hersteller von Nahrungsmitteln (u.a. Birkel, Dreiglocken Nudeln), aber seit der Übernahme von New Princes in Großbritannien auch bei Getränken dabei.

Auch sonst fährt Diageo ein striktes Kostenmanagement und verbreitet bei Analysten Optimismus. Tenor: Wird alles wieder. Der Spirituosenhersteller präsentiert Studien, wonach die Gen Z mehr Alkohol trinke. Das steht im krassen Gegensatz zu allen Studien, die derzeit sonst kursieren. Roland Berger etwa sieht beim Alkoholkonsum einen dramatischen Rückgang von weltweit 50% bis 2050.

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