Sechs Jahre nach der Übernahme von Getränke Lippert durch die Radeberger Gruppe (INSIDE 828) gehen nun im Stammbetrieb die Rollläden runter. Laut INSIDERN will Drinkport den Standort Hof zum 31.3. schließen. Die Mitarbeiter sollen in Kürze informiert werden.
Die teure Übernahme des damals 100 Mio Euro Umsatz großen GFGH (als Kaufpreis wurden Summen zwischen 30 und 50 Mio Euro gehandelt) stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Offenbar ging es vor allem um eine symbolträchtige Trophäe. Claus Lippert genoss als Gf der Top Getränke und Aufsichtsrat der (wenig später an Oetker-Transgourmet verkauften) Geva über seinen eigenen Laden hinaus hohe Branchen-Reputation.
Neben der Logistik verdiente Lippert sein Geld vor allem im Einzelhandel. Radeberger stufte die Neuwerwerbung gleichwohl als Gastrohandel ein, und hängte sie an die Beteiligungsgesellschaft VfG, heute Drinkport.
Unter dem gemeinsamen Dach der Drinkport-Tochter Schenker-Lippert-Huster SLHGetränke schwand die Bedeutung des oberfränkischen Platzhirschs. Lipperts Zweigbetrieb im Vogtland, das an der A72 gelegene sächsische Lager in Reichenbach, wurde schon vor eineinhalb Jahren geschlossen ("Radeberger schleift Lippert" - INSIDE 951) und zur Schwester Huster nach Zwickau verlagert. Nun lässt SLH-Gf Tilo Schenker den vergleichsweise modernen Lippert-Stammbetrieb in Hof folgen.
Die Schließung ist für die mit hohen Verlusten kämpfende SLH nicht billig. Neben Sozialplänen wird für beide Standorte weiterhin Miete an Altinhaber Lippert fällig. Laut INSIDERN noch viele Jahre.
Die Zusammenarbeit mit Kulmbacher, für deren Tochter EGU Lippert als vorgezogene Rampe und Logistiker diente, wird aufgelöst. Und auch die auf Getränke Hoffmann umgeflaggten Fachmärkte brauchen Alternativen. Nutznießer könnten die umliegenden GFGHs sein, vorneweg die Ziegler-Beteiligung Kießlinger, Breitengüßbach, und für Gastronomie der GFGH-Konkurrent Sagasser/Lisa Mai.

