Gastronomie nagt am Hungertuch

Das deutsche Gastgewerbe bleibt auch 2025 deutlich hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Im ersten Halbjahr lagen die realen Umsätze laut Statistischem Bundesamt 15,1% unter dem Vergleichswert von 2019. Besonders betroffen ist die Gastronomie mit einem Minus von 17,4%. Gegenüber dem Vorjahr gingen die realen Umsätze nochmals um 4,1% zurück.

Gleichzeitig steigen die Betriebskosten drastisch: Zwischen Januar 2022 und Juli 2025 verteuerten sich Personal um 34,4%, Lebensmittel um 27,1%, alkoholfreie Getränke um 33,7%, alkoholische Getränke um 17,9% und Energie um 27,6%. Diese Entwicklung belastet nicht nur die Betriebe, sondern auch die Gäste. Viele reagieren mit Konsumzurückhaltung, verzichten auf Vorspeisen oder das zweite Getränk.

Dehoga-Präsident Guido Zöllick warnt vor einem sechsten Verlustjahr in Folge und einem „Trading down“ in der Branche. Leidtragende seien vor allem Restaurants und Gasthäuser, da Verbraucher zunehmend auf Take-away-Angebote oder den Lebensmitteleinzelhandel ausweichen – Bereiche, in denen weiterhin nur 7% Mehrwertsteuer gelten.

Zöllick fordert daher eine Rückkehr zum ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% auf Speisen. Die zum 1. Januar 2024 erfolgte Anhebung auf die ursprünglichen 19% habe den wirtschaftlichen Druck weiter verschärft. Ohne steuerliche Entlastung drohe ein weiterer Rückgang gastronomischer Vielfalt. Insbesondere im ländlichen Raum.

Share this article: