Die Mannheimer Brauerei Eichbaum verliert mit der Traditionsmarke Karamalz ihr ureigenstes Erlösmodell. Zu Zeiten, da andere Brauer wie wehende Fahnen in AfG diversifizieren. So wie Veltins: Dort knallten Ende letzter Woche die Korken.
Am Ende ging alles ganz schnell: Wenige Wochen nach der Aufkündigung einer Vertriebskooperation schnappt sich Veltins wie erwartet (INSIDE 986) Eichbaums gut 170.000 hl große Malzbier-Marke Karamalz. Auch Herstellung und Abfüllung gehen ins Sauerland, nur diverse PET-Mengen für den Handel kommen weiter von Riha-Wesergold.
Für Eichbaum ist es das Ende der ehedem (in den 80ern) über 400.000 hl großen EBIT-Wumme, der mit Karamalta ein internationales Töchterchen erwuchs. Auch Karamalta geht an Veltins. Der Kaufpreis wurde nicht ventiliert, aufgrund der langjährigen Freundschaft von Eichbaum-Inhaber Andreas Hiby-Durst mit Susanne Veltins dürfte er mindestens fair gewesen sein. Mit Blick auf die enge Verbindung zum Hause Veltins hatte Hiby-Durst zuletzt womöglich unterschätzt, dass Veltins-Gf Dr. Volker Kuhl nach dem Abschied des langjährigen Generalbevollmächtigten Michael Huber schmerzfreier an die Sache herangehen würde. Bzw. die Verlässlichkeit der Partnerschaft auch in pekuniären Angelegenheiten auf den Prüfstand stellte und der erst vor zwei Jahren geschlossenen Vertriebskooperation den Stecker zog.
Mit Karamalz schiebt sich Veltins (das vor Jahren einen mehrjährigen Versuch mit Veltins Malz wieder einstellte) in den Bereich der 3,5 Mio hl-Dickschiffe, denen beim Deutschen Brauer-Bund theoretischein Platz im Präsidium zusteht (der Fokus dort liegt aber – bis dato – deutlich auf der Bierproduktion). Krombacher-Chef B. Schadeberg bekommt adäquate Konkurrenz zu seiner etwa ebenso großen Vitamalz. Und Eichbaum, der (wie anderen Brauern auch) die harten Einschnitte beim Export nach Russland schwer zu schaffen machen (siehe auch S. 6), bekam mit dem Verkauf des Tafelsilbers ein letztes Mal unentbehrliche Penunzen in die Kasse.

