Präbiotische Limo: Trend mit Zündstoff

In den USA sind präbiotische Limonaden längst ein Megatrend. PepsiCo zahlte knapp zwei Mrd Dollar für die Marke Poppi, und Olipop, 2022 noch mit 200 Mio Dollar bewertet, wird inzwischen mit rund zwei Mrd Dollar gehandelt. Auch in Deutschland träumen mehrere Marken vom großen Durchbruch – doch statt die Kategorie gemeinsam zu etablieren, liefern sich zwei Marken derzeit einen öffentlichen Schlagabtausch.

Der Streit zwischen den auf Darmgesundheit getrimmten Limos Pop‘it und Super Pop ist auf TikTok und anderen Plattformen kaum zu übersehen. Offiziell halten sich die Unternehmen zurück, doch ihre Communities führen einen erbitterten Kampf. Der Vorwurf: Unibev und Pamela Reif – eine der reichweitenstärksten Influencerinnen Deutschlands – sollen bei der Entwicklung ihres Getränks Super Pop (INSIDE 978) die Idee der „gesunden Limo“ von Pop‘it abgekupfert haben. Hinter Pop‘it stehen die jungen Gründer Nour Idelbi, 20, und Maximilian Schulz, 25, mit ihrer Nova Nutrition GmbH. Als Investor ist Food Labs mit knapp 3,7% beteiligt. 

Was als Diskussion begann, ist längst zur digitalen Empörungswelle geworden. Influencer und Fans befeuern die Debatte, Fakten geraten dabei zunehmend in den Hintergrund. Die populäre Erzählung: Ein „Konzern“ (Unibev) kopiert dreist eine kleine Studentenmarke (Pop‘it) – ein Narrativ, das auf Social Media bestens funktioniert. Laut INSIDERN ist das Verhältnis zwischen den Marken weiterhin angespannt. Hinter den Kulissen laufen jedoch Gespräche, um Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Aus dem Umfeld von Unibev heißt es, der „Beef“ sei von keiner Seite gewollt. Dabei ist es letztlich unerheblich, wer zuerst die Idee hatte – beide Marken orientieren sich klar an den Milliarden-starken US-Vorbildern Poppi und Olipop. Und sie sind nicht allein: Auch Oettinger mischt mit seiner OeLemonade bereits im Markt mit. Bleibt die Frage, ob präbiotische Limos in Deutschland wirklich zünden – oder ob der Markt ein „Hard Seltzer reloaded“ erlebt.    

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