Gerade mal ein Jahr nach den spekulativen Höhenflügen verdampfen die Wachstumsfantasien der Malz-Branche in Schottland. Sowohl Diageo als auch die Soufflet-/InVivo-Tochter Bairds Malt haben angesichts sinkender Whisky-Verkäufe Produktionsstopps in Moray und bei Pencaitland Maltings angekündigt.
Insgesamt geht es um rund 80.000 Tonnen Malz. Noch 2024 hatte Bairds Malt den Ausbau der Kapazitäten am Standort Inverness angekündigt, flankiert von vergleichbaren strategischen Überlegungen bei Crisp Malt und Boorthmalt. Auch Simpson Malt verlängerte die Genehmigungsphase für ein neues Werk in Greens of Rothes.
Schottischer Whisky trägt jährlich rund fünf Mrd GBP (fünf Mrd USD) zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Branche benötigt etwa 900.000 Tonnen Braugerste pro Jahr. Die Einbrüche bei den Whisky-Verkäufen belasten auch die Bilanz der produzierenden Konzerne (S. 19). Der Malzmarkt kommt indes auch auf anderem Terrain ins Schleudern.
Neben der Bairds-Mälzerei in Schottland und dem deutschen Soufflet-Standort Castrop-Rauxel schließt der Konzern auch die Mälzerei in Vancouver mit einer Kapazität von rund 50.000 Tonnen. In Deutschland droht, wie berichtet (INSIDE 984), auch weiteren Standorten das Aus.
