Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V (BSI) gibt sich optimistisch. Trotz Volumenrückgangs 2023 bei einem leicht gestiegenen Umsatz bewertet BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick 2023 als "positiv", spricht gleichwohl von "Herausforderungen". Kommentar eines INSIDERS: "Die Zahlen sind nun seit über zehn Jahren mehr oder weniger unverändert - langsam kommen da doch Zweifel auf!"
Im Detail: In Lebensmittelhandel waren Spirituosen eine umsatzstarke Warengruppe, legten beim Umsatz leicht um 1,4% zu, verloren in der Menge aber 4 %. Stabil blieben laut Wiesgen-Pick die Kanäle Gastronomie und Fachhandel mit einem Anteil von 24 %, Der Pro-Kopf-Verbrauch von Spirituosen sank um 0,1 Liter oder 1,9 % auf 5,1 Liter. Auf dem deutschen Markt, dem laut BSI größten Spirituosenmarkt in Europa mit einem Anteil von 8%, wurden 2023 rund 710 Millionen Flaschen Spirituosen (0,7 Liter) angeboten. 2023 kauften 69 % aller Haushalte mindestens einmal Spirituosen, deutlich weniger als im Jahr zuvor.
Laut den Marktforschern von Circana sank der Spirituosenabsatz im LEH 2023 (inklusive Aldi, Lidl und Norma) um 4,5 % auf 528 Mio Flaschen (0,7 Liter). Damit werden 76 % aller Spirituosen im LEH verkauft. Die meisten Mengen laufen bei klaren Spirituosen mit einem Anteil von 37%, gefolgt von Likören (36 %) und Whisk(e)y mit 10,1%. Bei Likören waren Mokkaliköre vorn dran. Gut dabei auch Branntwein-Verschnitt, Aquavit, Raki, Doppelkümmel, Wacholder, Steinhäger, Tresterbrand, Armagnac und Bärwurz. Beim Umsatz errechnet Circana 4,9 Mrd Euro, das entspricht der Zahl von 2022.
Das Umsatzvolumen im Lebensmittel-Einzelhandel betrug 2023 rund 4,9 Mrd Euro (Vorjahr: 4,9 Mrd Euro). Das ist gut ein Viertel des Umsatzes aller alkoholhaltigen Getränke (Bier, Wein, Sekt und Spirituosen) im LEH. Importiert wurden 2023 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes 446 Mio Flaschen á 0,7 Liter, das wären 12,7 % weniger als im Jahr zuvor. Auch der Export sank demnach um 3,7% auf 340 Millionen Flaschen (0,7 Liter).
Eine Prognose wagt Wiesgen-Pick für 2024 nicht und führt als Gründe die Inflation und die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland an.

