Ab 1. Januar 2026 gehört die Weißbierbrauerei Hopf, Miesbach, dem Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee. Vor allem Hopf-Geschäftsführer Tilo Ruttmann, 59, der auch nach der Übernahme bleiben darf, dürfte sich darüber freuen: Keine Weißbierkonkurrenz mehr aus dem eigenen Haus (Paulaner, Hacker-Pschorr, Auer) und den Hellbierschub frei von Konzernstrukturen mitnehmen.
Tilo Ruttmann kommt aus Oberfranken. Er und auch schon seine Eltern führten dort die Brauerei Bürgerbräu Selb, die er 2001 an Kulmbacher verkaufte (INSIDE 393). Nach einem BWL-Studium landete Ruttmann in der Getränkebranche und heuerte vor seiner Paulaner-Zeit als Verkaufsleiter Gastro bei Bischofshof in Regensburg an. Seit 2007 ist er Geschäftsführer von Hopf und lenkte die Brauerei (bis zu dessen Abgang 2024) gemeinsam mit dem gebürtigen Miesbacher und langjährigen Paulaner-Gf Andreas Steinfatt.
Mal mehr, mal weniger kooperierte Ruttmann in der Gastro mit Tegernseer. Bevor Schneider und Erdinger (beide dürften Tegernseer nun hinterhertrauern) dazukamen, war Hopf in den 1990ern gesetzt beim Herzoglich Bayerischen Brauhaus. Insofern bedeutet die Übernahme also eine Besiegelung alter Bündnisse.
Für Ruttmann bedeutet die Übernahme nun zudem eine Chance, die zuletzt auf 35.000 hl geschrumpfte Weißbierbrauerei wieder zu stabilisieren. Zwar hat Tegernseer im Markt zuletzt etwas an Boden verloren, bleibt mit rund 400.000 hl aber einer der größten Hellbier-Marken.

