Flecken auf dem Hauptstadt-Sofa. Den Rang als größte Marke des Konzerns wird Radeberger Pilsner 2025 trotz der Einbußen wohl behalten. Ur-Krostitzer wächst auch nicht, erweist sich aber als deutlich stabiler. Im vergleichsweise prosperierenden Großraum Leipzig ist die Marke weiter unantastbar. Die Auswirkungen der Preiserhöhung 2024 sind überwunden (allerdings auch in den Angebotspreisen, die unterhalb von 10 Euro/Kasten blieben). Und Ur-Krostitzer alkoholfrei gedeiht auf kleinem Niveau (2024: 30.000 hl). Als robust erweist sich auch die rund 700.000 hl große Schwestermarke Freiberger, die „nur“ 3% abgab (Fass: -7%).
Dagegen herrscht im Kernmarkt der Radeberger Gruppe, in Berlin, Katzenjammer. Die Top-Marken Berliner Kindl und Berliner Pilsner verloren 8% bzw. 10% ihres Volumens. Intern wird das auf die niedrigen Aktionspreise von Radeberger, Beck‘s etc. zurückgeführt, doch auch in der Gastronomie gehen die Absätze überproportional zurück. Kindl (-14%) und Berliner Pilsner (-9%) beklagen erhebliche Fassbiereinbußen, die im vertikalen Radeberger-Gebilde mehrfach durchschlagen. Viele der verlorenen Hektoliter wurden durch eigene Strukturen (DGL, Drinkport-Preuss, Getränke Hoffmann) bewegt und verkauft. Im Wohnzimmer herrscht hohes Klumpenrisiko: Wenn das Markensofa Flecken hat, ist auch der GFGH-Teppich versaut.
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