Die Brauerei Veltins erwirbt erstmals eine Marke. Die gut 170.000 hl große Malzbier-Marke Karamalz, bisher im Besitz der Mannheimer Brauerei Eichbaum, rutscht unter das Markendach der Sauerländer Brauerei. Am letzten Freitag wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Nur wenige Wochen nachdem Veltins die vor eineinhalb Jahren geschlossene Vertriebsvereinbarung überraschend auflöste ("Veltins watscht Eichbaum"). Laut INSIDERN gab es Irritationen um Zahlungen, die Veltins für die Übernahme der Vertriebsdienstleistung zustanden.
Veltins-Chef Dr. Volker Kuhl kündigte den Vertrag auf, nun bekommt er Karamalz doch unter seine Fittiche, und zwar vollständig. Die Produktion soll im Laufe des Januars nach Grevenstein wandern. PET produziert weiterhin Riha-Wesergold.
Eichbaum war in den letzten Jahren erheblich unter Druck geraten. Die mit Handelsmarken und Billigexporten auf nahezu 2 Mio hl hochgezüchtete Brauerei verlor deutlich an Volumen. INSIDER unkten, dass für einen Fortbestand der Verkauf von Tafelsilber nötig wäre (INSIDE 986: “Eichbaum: Karamalz unhaltbar”). Dank der langjährigen Freundschaft zu Veltins und deren Inhaberin Susanne Veltins, dürfte Eichbaum-Inhaber Andreas Hiby-Durst am Ende einen fairen Preis für seine Malzbier-Perle bekommen.
Karamalz, in den 1980er Jahren einmal über 400.000 hl groß, gehört auch heute noch zu den Pflichtartikeln des Einzelhandels. Veltins-Boss Dr. Kuhl, der im Januar den langjährigen Generalbevollmächtigten Michael Huber ablöste, tastet sich mit Karamalz ins AfG-Geschäft vor.
Interesse an Malzbier bestand in Grevenstein schon länger. Ein mehrjähriger Versuch mit Veltins Malz(gleichpreisig und in selber Ausstattung wie Veltins Pils), wurde vor fünf Jahren eingestellt. Jetzt haben Kuhl, sein Vertriebs-Gf Rainer Emig und Marketing-Gf Fabian Veltins eine Marke bekommen, mit der sich gegen Rivale Krombacher und dessen Vitamalz schießen lässt. Mengenmäßig liegen die beiden Malzbiermarken in etwa gleich auf.

