Oettinger: Wie die Schlichtung im Desaster endete

Beim Billigbrauer stehen die Zeichen wieder auf Sturm. Die Schlichtungsverhandlungen endeten im Chaos. Während sich Brauerei und Schlichter im gleichen Boot wähnen, schießt die NGG gegen beide. Eskaliert jetzt wieder der alte Konflikt? 

Mitten hinein in die hochemotionale Schließung des Standorts Braunschweig (begleitet von Verhandlungen um Millionen schwere Abfindungen – die Rede ist von bis zu über 10 Mio Euro) knallte es jetzt auch bei den unendlichen Verhandlungen um die Bezahlung der Mitarbeiter. Wobei sich die Gewerkschaft NGG nicht nur auf Noch-CEO Stefan Blaschak einschoss, sondern überraschend auch auf den Juristen Dr. Benedikt Hövelmann als Schlichter. Dessen Schlichtungsverfahren kritisiert die NGG als „langwierig und teilweise verwirrend“: Seinem  erstem Einigungsvorschlag habe man noch zugestimmt, seine endgültige Schlichtungsempfehlung aber habe gegenüber der Ursprungsversion weitere „gravierende Verschlechterungen für die Beschäftigten“ enthalten. U.a. die Möglichkeit der Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 45 Stunden für bis zu sechs Monate im Jahr.  

Bei der Brauerei sieht man das naturgemäß anders, auch wenn man dort die Sache mit den 45 Stunden einräumt. Flexibles Arbeiten in der Hochsaison soll mit Zustimmung des Betriebsrats wie schon alle Jahre zuvor auch künftig möglich sein. Nur die nervige Zustimmung der NGG bräuchte das Unternehmen hierfür nicht. Die Weigerung der NGG, den Schlichterspruch anzunehmen, sei „das Finale einer auf ganzer Linie von Inkompetenz und Unseriosität geprägten Verhandlungsführung“, poltert Blaschak. Ihm stehen womöglich wieder Streikwochen ins Haus (die vergangenen Streiks endeten mit fragwürdigen Demonstrationen gegen seine Person).  

Allerdings ist Blaschak mit dem Ende seiner Amtszeit bei Oettinger Mitte 2026 als Verhandlungsführer angezählt. Womöglich fällt irgendwann auch Matriarchin Pia Kollmar wieder ein, dass sie ein Telefon besitzt.            

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