Als erste Stadt im Osten macht jetzt Potsdam ernst: Ab Juli 2026 kassiert die Stadt eine Steuer auf Einweg‑To‑Go‑Verpackungen. Ein Bündnis aus DUH, Mehrwegverband, Recup und weiteren 22 Organisationen begrüßt diese Entscheidung – auch weil acht weitere Brandenburger Städte (u.a. Frandkfurt/Oder, Neuruppin, Fürstenwalde) laut DUH‑Umfrage bereits mit den Hufen scharren.
Die Stadt will damit ihre Müllkosten drücken: Rund 950.000 Euro pro Jahr wandern derzeit allein in öffentliche Abfallbehälter, ein Großteil davon für Einweg-Müll. Jetzt sollen die Verursacher stärker zur Kasse gebeten werden.
Für die Gastronomie in Potsdam (650 Betriebe) heißt das: schnellstmöglich auf Mehrweg vorbereiten. Die Initiative Verpackungswende fordert Informationskampagnen und ein Förderprogramm, damit die Umstellung nicht zum Blindflug gerät.
Erfahrungen aus Tübingen, Konstanz und Freiburg zeigen laut Mehrwegverband, dass solche Steuern das Mehrwegangebot spürbar pushen. Recup hofft auf eine flächendeckende, nutzerfreundliche Infrastruktur statt einzelner Insellösungen – sprich: weniger Chaos, mehr System. Bleibt abzuwarten, ob Berlin und der Rest Brandenburgs den Potsdamern tatsächlich folgen.
Brandenburg ist eines von fünf Bundesländern, in denen das Land die Einführung einer solchen Steuer genehmigen muss. In Bayern etwa hatte der Landtag Ende 2025 eine kommunale Verpackungssteuer gestoppt.
