USA-Exporte: Erratisches Zoll-Rätsel

Der 15%-Zoll-Deal zwischen den USA und der EU beschert Exportbrauern Überstunden. Seit April wird das Dosen-Aluminium beim Export in die USA mit 50% verzollt, der Inhalt bei alkoholischem Bier hingegen mit bisher 10%. Ab August erhöht sich dieser Anteil auf 15%. Die Fokussierung auf die Dose geht damit erstmal in die Hose: 2024 exportierten die deutschen Brauer gut 600.000 hl Bier in die USA, 226.000 hl davon in Dosen. Fassbier schlug mit rund 175.000 hl zu Buche, Flasche mit gut 200.000 hl. Zum Vergleich: 2015 waren es bei 1,25 Mio hl Bier-Export nur 58.000 hl Dosenbier. Ohne zu wissen, was dem US-Präsidenten und seiner Entourage in drei Monaten einfällt, spielen EU-Experten derzeit noch zwei Optionen durch, wie sich die Zollbelastung beim aktuellen Stand drücken ließe.

1. Zero-to-zero-Liste: Diese Liste ist derzeit ein eher ab-straktes Konstrukt. In ihr finden sich Produkte, die von Einfuhrzöllen ausgenommen sind. Wie etwa Flugzeugteile, Pharma- und Chemieprodukte. Welche Produkte sonst in die Liste aufgenommen werden, steht noch in den Sternen. Lobbyisten ringen darum, dass auch alkoholische Produkte mitgezählt werden. Ausgang? Offen.

2. Zollkontingente: Bei den Verhandlungen mit den USA ringen EU-Gesandte um die Schaffung von Zollkontingenten für Aluminium und Stahl und entsprechenden Meistbegünstigungszollsätzen. Und damit auch für Aluminiumdosen als Bier-Derivate. Ausgang? Ebenfalls offen. 

Zudem ist derzeit auch viel „schwimmende Ware“ auf den Weltmeeren unterwegs. Also unter anderem Bier, das zu Zeiten, als der zehnprozentige Zollsatz galt (also bis Ende Juli), bereits auf die Reise geschickt wurde. Wie es in EU-Kreisen heißt, muss derzeit auch für diese nicht unerheblichen Mengen eine Lösung gefunden werden. Jedenfalls, bis aus Washington die nächste absurde Order eintrifft.

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