Zum Schluss: 1.724.000 Gläser Bier

Als Erfinder des Getränkeautomaten für die Gastronomie gilt gemeinhin Ludwig Stollwerck, der eigentlich für seine Schokolade weltberühmt wurde, aber in Köln auch ein erstes festes Kino eröffnete. Stollwerck war ein Automaten-Freak: 1890 verkaufte er schon 18 Mio Tafeln Schokolade mittels Stummer Verkäufer über die Deutsche Automatengesellschaft Stollwerck & Co (DAG). Später kamen Fahrkarten, Parfums und Toilettenpapier hinzu.

Es war der – zwischenzeitige – Siegeszug der Automaten, und jeder wollte mitmachen. Den Coup aber landeten zur Gewerbeausstellung 1896 in Berlin Max Sielaff und Theodor Bergmann mit ihrem ersten automatischen Restaurant. Dazu wurden elf Getränkeautomaten im Park verstreut aufgestellt. In 4,5 Monaten wurden inklusive benachbartem Restaurant konsumiert:

  • 1.724.000 Glas Bier á 10 Pfennige
  • 182.640 Glas Wein
  • 343.900 Glas Likör
  • 71.452 Tassen Kaffee
  • 33.946 Paar Wiener Würstchen
  • 276.399 belegte Brötchen
  • 22.076 Portionen warme Speisen á 1 Mark
  • 11.920 Portionen kalte Speisen á 50 Pfennig

    Der Umsatz lag bei geschätzt 650.000 bis 700.000 Mark. Das Kaufkraftäquivalent 1 Mark von damals liegt heute bei allen Schätzungsrisiken bei 6,8 Euro. Der Umsatz hätte dann also nach heutiger Rechnung rund 4,5 Mio Euro betragen.

130 Jahre und eine Personalkrise später wird in der Gastronomie viel über Robotik gesprochen. Meistens mit der Einschränkung, die Gäste seien noch nicht so weit ...
 

DIeser Text erschien erstmals in der Sonderausgabe INSIDE FUTURE 2025 #2 Ende Oktober 2025.

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