Die Promille purzeln im Januar

Der Januar war für Bier, Wein & Co noch nie ein Festmonat. Aber was früher ein saisonales Tief war, entwickelt sich zunehmend zum Symptom eines größeren Trends: Deutschland trinkt weniger. Und zwar nicht nur im Januar.

Aktuelle YouGov-Daten zeigen: Die Käuferreichweite für alkoholhaltige Getränke im LEH schrumpft seit Jahren. Im Corona-Jahr 2021 griffen noch 60,7 Mio Menschen im Januar zu Bier, Wein, Spirituosen oder Schaumwein. 2022 waren es 57,7 Mio, 2023 dann 55,2 Mio, 2024 nur noch 52,2 Mio Und im Januar 2025? Gerade mal 51,2 Mio Käufer. Das sind 6,5 Mio Käufer weniger als vor drei Jahren. 

Auch langfristig geht’s den YouGov-Daten zufolge bergab: 2025 gaben 68 % der Verbraucher an, Alkohol zu trinken. 2015 waren es noch 78 %. Besonders deutlich ist der Rückzug bei der Gen Z (ab 1997): Nur 61 % sagen „Ja“ zu Alkohol, Millennials (1981-1996) und Gen X (1965-1980) liegen bei 71 %, die Baby Boomer+ (vor 1964) bei 65 %. Gesundheit ist dabei das Killerargument: 38 % der Befragten haben ihren Konsum in den letzten fünf Jahren reduziert oder eingestellt. Bei der Gen Z sogar jeder Vierte. 51 % dieser Altersgruppe halten Alkohol schlicht für ungesund. Bei den Boomern sind es immerhin noch 30 %.

YouGov-Expertin Anouk Buskens resümmiert: "Alkohol verliert zunehmend an Alltäglichkeit, und gesundheitliche Aspekte fließen stärker in Kaufentscheidungen ein. Alkohol wird häufiger bewusst weggelassen – mit der Folge, dass Konsumenten insgesamt weniger und auch seltener alkoholhaltige Getränke kaufen. Der Januar verstärkt dieses Verhalten zusätzlich und macht einen langfristigen Wandel sichtbar.“

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